Neue Serie – Disney’s verschollene Attraktionen: „Thunder Mesa und die Western River Expedition“

Das ist nun mein erster Beitrag im Blog des Main-Street-Emporium-Forums. Kurz zu mir: Ich bin im Jahr 2015 zum Forum gestoßen, um mich auf meinen ersten Besuch in Walt Disney World vorzubereiten. Schnell bin ich mit der Gemeinschaft, oder auch von mir liebevoll Nachbarschaft genannt, warm geworden und habe im Zuge dessen auch eine Leidenschaft für die Disney-Historie entwickelt, besonders für die Entstehungsgeschichte der Themenparks und der Firma dahinter: WED Enterprises, bzw. später Walt Disney Imagineering.

Im Speziellen interessieren mich seit dem die Geschichten rund um bereits verlassene oder nie gebaute Attraktionen und Themenbereiche. Hiermit will ich also meinen Einstand bei der Blog füllenden Zunft geben. Falls Ihr Mitglieder im Forum seid und Euch nun wundert: Ja, es gibt bereits einen Thread im Forum, den ich mit meinen Erkenntnissen gefüllt habe und auch weiter füllen werde – zum Beispiel mit den Links zu meinen Blog-Artikeln.

Auch gleich vorneweg: Meine Quellenangaben werde ich Euch am Fuße des Artikels angeben, doch eine Quelle, auf die ich mich öfter beziehe, will ich jetzt schon nennen, denn sie ist immens wichtig für diese Serie. Es handelt sich hierbei um das Buch „The Walt Disney World That Never Was“ von Christopher E. Smith. Dieses Buch empfehle ich allen angehenden Disney-Historikern wärmstens und wenn Ihr das Buch bei Amazon bestellt, nutzt diesen Link, um damit das Forum finanziell zu unterstützten, ohne dass es Euch auch nur einen Cent kostet!

Jetzt aber endlich los: Der Name „Thunder Mesa“ dürfte europäischen Disney-Fans bereits geläufig sein, ist es doch der eigentliche Name des Frontierland im Pariser Disneyland, also warum sollte es sich hierbei um einen ‚verschollenen‘ Themenbereich handeln? Ganz einfach: Bevor überhaupt ein Disneyland in Paris angedacht war, sollte Thunder Mesa in einer ganz anderen Form in Walt Disney World (Orlando, Florida) entstehen .

Die Motivation dahinter war, dass die Imagineers glaubten, in Florida müsse man den Wild-West-Bereich größer und beeindruckender machen, da das karibische Ambiente eines Adventureland in Florida sowieso fast vor der Haustür zu haben ist, und man sich für die ‚Exotik‘ des wilden Westens als Ansässiger eher begeistern könne. Wie wir später erfahren, war dem nicht der Fall, doch Annahme und Realität klaffen oftmals weit auseinander.

Marc Davis, einer der bekanntesten Disney-Animationskünstler und Imagineer (er gehörte zu den berühmten „Nine Old Men“ und verantwortete u.a. den beliebtesten Ride der Disney Parks, Pirates of the Caribbean und viele andere auch) wurde in den 1960ern damit betraut, Thunder Mesa für Wald Disney World zu designen (wobei es zu dem Zeitpunkt höchstwahrscheinlich noch keinen griffigen Namen hatte). Er begann also sich alte Konzepte, die er für Disneyland einst einreichte, und die auch nicht gebaut worden sind, wieder anzuschauen und basierend darauf den Bereich um Thunder Mesa zu kreieren.

Der Komplex an sich sollte demnach ‚inhäusig‘ gestaltet sein und gleich zwei E-Ticket-Rides (E-Ticket ist ein Begriff im Disney-Jargon für sehr beliebte oder spektakuläre Fahrgeschäfte) beinhalten: Den Big Thunder Mountain (welcher erst später so genannt wurde) und die Western River Expedition. Desweiteren hätte eine Wildwasserbahn und eine Art Wanderweg den Themenbereich komplettiert.

Das Thunder-Mesa-Gebäude selbst sollte optisch an das Monument Valley (Grenzregion zwischen Utah und Arizona) angelehnt werden und so dem Besucher als imposanter Blickfang dienen, und die Neugier auf die noch verborgenen Attraktionen steigern.

Die Western River Expedition wurde als Gegenstück zu den Pirates of the Caribbean gesehen. Sie sollte über den gleichen Witz und Esprit verfügen und die Klischees des Wilden Westen parodieren: Die Gäste werden also durch eine typische westernhafte Landschaft geschippert, haben eine Begegnung mit grimmigen Banditen, erleben hautnah einen typischen Banküberfall, fahren dann an einem Saloon mit fröhlichen Animierdamen vorbei und machen zum Schluss Bekanntschaft mit dem obligatorischen Indianer-Dorf; dabei sollte sie noch mehr Musical-Nummern enthalten als Pirates. Mit der Magic Kingdom Railraod hätte man auch einen kleinen Teil der Westen River Expedition sehen können, da diese durch einen Teil des Show-Gebäudes führte.

Hier ein kleines Video von der D23’s Destination D Veranstaltung aus dem Jahr 2011 (das Video wurde von den Youtube-Kanalbetreibern DatelineDisneyland online gestellt).

Neben den Wasserfahrten wurde auch eine Achterbahn geplant, die gleichzeitig außerhalb des Thunder-Mesa-Gebäudes wie auch innerhalb davon eine Fahrt mit einem führerlosen Minen-Zug simulierte. Zu dem Zeitpunkt, als Marc Davis daran arbeitet, war der Name Big Thunder Mountain zwar noch nicht geboren, doch wie wir wissen, ist er das Resultat von Davis‘ Vorarbeit.

Thunder Mesa war nicht nur eine massive Erweiterung des Frontierlands für Walt Disney World, sondern würde auch zum Eröffnungstag des selbigen fertig gestellt sein. Doch Kostendruck und die Überlegung, dass man nicht all das gute Pulver bereits zu Beginn des Magic Kingdom in Florida abschießen sollte, verzögerte das Projekt nach hinten. Zudem waren die Gäste am Eröffnungstag von Walt Disney World sehr enttäuscht über die Tatsache, dass es dort keine Piraten gab und sie brachten ihren Unmut gepaart mit der Frage, wann denn endlich die Piraten in Florida einziehen werden, zum Ausdruck. Das überraschte die Imagineers so sehr, dass sie Thunder Mesa noch mal um ein paar Jahre verschoben und schnellstmöglich eine Pirates-of-the-Caribbean-Variante für Orlando aus dem Boden stampften.

Mittlerweile wurde auch Marc Davis von dem Thunder-Mesa-Projek abgezogen und der uns wohlbekannte Tony Baxter, der zu der Zeit noch ein ganz junger, vielversprechender Imagineer bei WED Enterprises war, machte sich daran, das Projekt von Marc Davis zu verfeinern und auszufeilen – in seiner Freizeit, wohlgemerkt, denn eigentlich hatte er andere Arbeit zu tun (die ihn allerdings nicht so erfüllte, weshalb er sich die Konzepte von Marc Davis schnappte, um diese weiterzuentwickeln). Als er damit bei den Bossen von WED Enterprises aufschlug und er einen Pitch gewann, brachte ihm das neben der neuen, verantwortungsvollen Aufgabe auch den Zorn von Marc Davis ein, der gar nicht amused über diesen Emporkömmling war, der sich mit seinen Federn schmückte.

Doch es half nichts, Tony hatte sein erstes Ziel erreicht. Er taufte die Achterbahn mit dem führerlosen Minenzug auf Big Thunder Mountain und arbeitete zusammen mit Claude Coats daran, sie Realität werden zu lassen. Auch die Western River Expedition verlor er nicht aus dem Blick, sie sollte hinter Big Thunder Mountain in einem eigenen, kleineren Gebäude untergebracht werden – im Gegensatz zu den Plänen von Marc Davis, der, wie ich oben schon schrieb, auf eine sehr imposante Erscheinung baute, die viel mehr gekostet hätte, als das, was Baxter vorhatte.

Das Motiv blieb weiterhin das Monument Valley und so entstand Big Thunder Mountain, der 1980 eröffnete. Die Western River Expedition hingegen wurde 1974 von der Liste der geplanten Attraktionen komplett gestrichen, da das Management der Disney-Parks-Abteilung sich nun vollends auf EPCOT konzentrieren wollte und alle Budgets dort bündelte. Das war dann der Todesstoß für den Rest von Thunder Mesa, welcher vom damaligen Standpunkt aus nie realisiert werden sollte.

Aber wie der Titel einen James-Bond-Filmes schon so schön formuliert: „Sag‘ niemals nie“ – denn Thunder Mesa erlebte eine Wiedergeburt, die auch vornehmlich mit Tony Baxter zusammenhing. Er hatte es nämlich mittlerweile geschafft, den Posten an der Planungsspitze für Euro Disneyland (aka Disneyland Paris) zu ergattern; und er wollte hier Ideen verwirklichen, die man bereits unter Ablage P wähnte. Deshalb verbinden wir den Begriff Thunder Mesa auch sofort mit unserem „Heimat-Resort“, denn Baxter konnte dank seiner neuen Position das europäische Fontierland nach Thunder Mesa benennen und mit einer entsprechenden Hintergrundgeschichte versehen.

Bis zum nächsten Mal bei „Disney’s verschollene Attraktionen“

Quellenangaben:

Buch: Christopher E. Smith – The Walt Disney World That Never Was

Artikel bei „Diz Avenue“: Disney That Never Was: Thunder Mesa and the Western River Expedition

Video von „Yesterworld Entertainment“: Yesterworld: Disney’s Thunder Mesa & The Western River Expedition – Yesterworld Unbuilt

Video von „Rob Plays“: Western River Expedition: The Greatest Attraction that Never Happened

So weit die Füße tragen

So weit die Füße tragen, 36 Kilometer (und ein bisschen mehr) durch das Disneyland Paris
Magic Run Weekend im Disneyland Paris 2018

Vom 20. bis 23. September 2018 fand im Disneyland Paris das 3. Magic Run Weekend (2016 gestartet als Disneyland Paris Half Marathon Weekend) statt. Ein Traum für jeden Läufer und DisneyFan. Hotel und Startplätze wurden frühzeitig für die Familie gesichert und so stand das Rahmenprogramm fest. Ankunft am Donnerstag am späten Abend, Abreise am Nachmittag des letzten Tages des Laufevents. Dazwischen hieß es Kilometer abreißen. Klingt einfach? Ja, das war es auch. Sieht man davon ab, dass ich seit dem letzten Jahr für den Lauf mehr oder wenig eifrig trainiert habe, bis mich ein Ausfall der kleinen Zehe des linken Fußes 6 Wochen vor den Läufen zu einer Zwangspause trieb, die mein Training zum Großteil zunichtemachten. Den Moment des Ausfalls (der unglücklicherweise im August ebenfalls im Disneyland war) möchte ich emotional nicht wiedergeben. Daher widmen wir uns jetzt schnell den schönen Seiten 😉 Im Vorfeld wurden erst einmal schöne Kostüme geschneidert.

Kostüme 5K

Kostüme 10K

Kostüme 10K Rückseite

 

Donnerstag, 20. September, 23.30 h. Angekommen. Zum ersten Mal ging es für uns ins Algonquin’s Explorers Hotel. Nicht zuletzt dem Wunsch nach Wasser Sorge tragend, den unsere jüngste Unabkömmliche immer wieder vorbringt. Die Zimmer waren bewohnbar. Relativ abgewohnt und sicherlich nicht die Preise von €200,- oder mehr wert, die teilweise dafür aufgerufen werden. Ein schwacher Fön war vorhanden, genug Handtücher. Kurzcheck bestanden. Viel haben wir dann an dem Abend auch nicht mehr gemacht. Koffer ausgepackt, kurz noch das Hotel inspiziert und dann ab ins Bett.

Gute Nacht alle beisammen.

 

Freitag, 21. September, 7.45 h. Aufstehen. Zu Viert ist man in Sachen Aufstehen und Fertigmachen nicht ganz so fix. Nach einer guten Stunden saßen wir gemeinsam am Frühstückstisch und aßen, was man so essen konnte. Das Frühstück war durchschnittlich. Man wurde satt. Aber das war es auch schon. Immerhin gab es eine Sorte Vollkornbrot (zumindest sah es so aus) und Obst. Ansonsten nur nährwertloses Weißbrot, Süßkram und wenig Auswahl, die aber an einem sehr großen Buffet verteilt war. Die Masse macht’s 😉 Danach wurden kurz der Pool und der Fitnessraum für Winzlinge getestet, und dann ging es los in Richtung Parks.

 

Ich möchte gar nicht groß darauf eingehen – die Parks kennt jeder. Daher nur schnell ein paar Bilder zur Unterstützung der Eindrücke dessen, was wir in der Kürze der Zeit sahen. Ich war auch nur mit dem Smartphone unterwegs, von daher gab es bei diesem Besuch mehr Eindrücke als anspruchsvolles Fotomaterial. Aber das ist auch mal schön 😉 In den Folgetagen habe ich die normale Kamera auch nur kurz für ein paar Onride-Fotos verwendet.

 

Und eigentlich soll es ja hier auch ums Laufen gehen. Darum springen wir vor und drehen die Uhr auf 14.00 h. Zu der Zeit begaben wir uns nämlich zur Expo, um unsere Laufunterlagen abzuholen. Nach eher erschreckenden Fotos des Vortages war um diese Zeit heute nichts mehr los. Keine Schlangen, kein Warten. Nach einem kurzen und netten Schwätzchen mit Tobi ging es los. Von Stand zu Stand, jedes Mal ein T-Shirt mehr in der Tasche 🙂 9 T-Shirts reicher und mit unseren Startnummern ausgestattet wollten wir dann den PhotoPass+ erstehen. Also die Bibs raus … und was sehe ich da? Die Losfee hatte mich in Corral D gepackt. Zur Erläuterung: Die Starter bei den Läufen starten in 5 Bereichen, Corrals genannt. A, B, C, D, und E. A ist vorne, E hinten. Bei den kürzeren Läufen ist das (für mich) weniger von Relevanz, aber beim HM versaut einem ein Start aus B oder weiter hinten jede Aussicht auf eine gute Zeit, wenn man das Ziel hat vernünftig zu Laufen. Aus diesem Grunde gibt man auch vorher eine Zielzeit an und rechnet natürlich damit, dass man an dieser gemessen eingeteilt wird. D ist jetzt nicht wirklich vorne und für eine Zeit, mit der man unter den ersten 200 Läufern bei 9.000 Teilnehmern ist, ganz bestimmt der falsche Startbereich. Das wurde dann kurz diskutiert und Runners Relation hatte schnell die Lösung. Aus D mach A mittels eines Aufklebers. Ich war fertig. Erst mit den Nerven, jetzt mit der Lösung  Diese Problematik beschäftigte übrigens so einige Läufer, wie man in den Weiten des Netzes lesen konnte. Hier muss Disney im kommenden Jahr eindeutig nachbessern. Es ist ohnehin verwunderlich, dass bei früheren Rennen ein Nachweis einer guten Zeit erbracht werden musste, um vorne zu starten und jetzt alles wirklich wild gewürfelt wurde. So manch einer war damit nicht glücklich. So befanden sich in den vorderen Bereichen letztlich zu viele langsame Läufer. Hier wäre eine klarere Abtrennung wieder wünschenswert. Und dies wäre letztlich für jeden von Vorteil. Mich hat’s letztlich sicherlich einige Plätze im Klassement weiter nach vorne gebracht als ich sonst gekommen wäre … also will ich nicht weiter schimpfen 😉

 

Zurück zur Expo. Ich hatte also meine Unterlagen und weiter ging es … Merch gucken. Beim Gucken blieb es. Wenig Auswahl, wenig schöne Sachen. Bietet runDisney in den USA wirklich tolle (eventunabhängige) Sportsachen an, so gab es hier gar nichts neutrales. Die eventspezifischen Shirts waren auch alles andere als hübsch. Lediglich die Pins wussten zu überzeugen. Hier ist ganz viel Luft nach oben. Mehr muss man dazu nicht sagen. Ich habe noch nicht einmal das Material im Bild festgehalten …

Danach ging es weiter zum PhotoPass+. Dafür gab es keinen eigenen Bereich mehr. Er wurde einfach an den normalen Kassen verkauft, wo auch gleich die Bibs gescannt wurden. Funktionierte prima. Endlich mal was positives. Dann haben wir uns noch die verschiedenen Aussteller angeschaut. Die Zahl dürfte so um 80% im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen sein. Ein paar wenige Stände gab es noch, wo vor allem der Stand hervorstach, an dem man sich kostenlos tapen lassen konnte. Ansonsten war Garmin als Hauptsponsor natürlich da. Hier gab es auch nette Gimmicks für die Kinder (Cap, Taschenlampe, Armband und Tattoo). Und das war es auch schon. Raus. Luft. Und wieder rein. Ins Convention Center im NBC. Dort kann man nämlich hervorragend Purzelbäume schlagen. Wer das sagt? Na, unsere kleine Purzelbaumkönigin 😉

 

5K

Danach ging es zurück um Hotel. Es war Zeit sich umzuziehen. Der 5K sollte in 4 Stunden starten. Und so fuhren wir zurück ins Hotel und schwangen uns in die mühsam und wochenlang geschneiderten Outfits … schminkten uns und fuhren in unserem Geistermobil zurück ins Resort.

Geparkt haben wir am Hotel New York mit der Shareholder Karte (die alte Karte bereitet den CMs am Eingang übrigens weitaus weniger Kopfzerbrechen als die neue, auf der von Shareholder ja nichts mehr vermerkt ist), und gegen 19.30 h schlugen wir am Startgelände neben der Expo auf. Schon auf dem Weg durften wir für ein paar Fotos posieren, sehr zur Freude der Schneiderin 😉 Am Start gab es die besagten 5 Corrals. Heute durften wir alle in B und als Familie dort starten. Ein paar Fotos später ging es auch bald los …

 

… auf in Richtung Studios. Ein toller Start durch die Menschenmengen im Village, die den Läufern zujubelten, begeisterte alle. Unser Zimmermädchen Lilly lief nur noch alle abklatschend und sich freuend überall vorbei. Dann ging es auf in Richtung Studios und weiter durch das Frontierland zurück in die Studios.


 

Überall hinterließen wir Chaos 😉 Wir lassen Bilder sprechen … allerdings haben wir von den 4 Fotostops nur einen am Ende bei Captain America und Black Widow mitgenommen. Hier ging es trotz wirklich langer Schlange sehr fix vorwärts. Das muss man sehr positiv erwähnen. In den kommenden Tagen sollte das nicht noch einmal passieren.

 

Am Ende angekommen gab es noch ein paar obligatorische Fotos und dann war es auch vorbei. Ausreichend Medaillen, ausreichend Verpflegung. Auf das Hotel wurde buntes Marvel-Gedöns projiziert, das wir uns aber nicht weiter im Details ansahen. Allerletzte Fotos wurden gemacht und damit ging es zurück zum Hotel. Es war schließlich schon 21.00 h und am nächsten Morgen sollte um 5.00h der Wecker klingeln. Zufriedenstellender Lauf, allerbeste Atmosphäre. Toller Auftakt.

 

10K

Samstag, 22. September 2018, viel zu früh. Raus aus den Federn, schnell angezogen und durch das Hotel zum Frühstück und weiter nach draußen gewandert. Im Hotel liefen die buntesten Gestalten herum. Nicht anders sah es beim Rennen aus. Der Start war wieder neben der Expo und wir reihten uns heute in C ein. So viel gibt es nicht zu berichten. Dafür ein paar Eindrücke – wie gewohnt – in Bildern. Geparkt haben wir übrigens am Hotel New York – das ging einmal mehr problemlos.

 

Heute stand der 10K-Lauf an. Hier einmal die Streckenführung.

 

Und damit ging es auf in Richtung Studios … leider waren nicht sonderlich viele Zuschauer an der Strecke. Muss wohl an der Uhrzeit gelegen haben 😉 Aber die CM machten es wett und jubelten den Läufern zu. Toll!

 

Endlich ging es in den Disneyland Park, und zwar in Richtung Main Street auf das Schloss zu. Ein Traum für jeden Läufer mit Disneyaffinität … oder umgekehrt 😉

 

Weiter … weiter … weiter. Backstage, Onstage … alles dabei. Und mittendrin immer wieder wir 😉

 

Leider waren die wenigen Fotostops mit Figuren sehr überlaufen. Da wir allerdings nicht ohne bleiben wollten, haben wir uns 2mal angestellt und 53 Minuten (Runtastic’s Statistik sei Dank) allein mit Warten verbracht. Das war eindeutig nicht zufriedenstellend und hier muss Disney nachbessern – am besten, indem die Zahl der Fotostops insgesamt erhöht wird. Die war nämlich eindeutig zu gering. Den vor dem Schloss haben wir zum Beispiel vollkommen verpasst, weil die Fotografen schon abgezogen sind, als wir dort ankamen. Ein Unding, das nicht sein darf und uns mächtig verärgert hat.

 

Am Ende trafen wir noch auf ein paar weitere Spießroutenlaufgesellen, denen wir (und sie uns ;)) Gesellschaft leisteten. Schöne Grüße an die Freunde der Disney- und Disneyland Paris Freaks Deutschland, die mit uns gelaufen sind  Aber natürlich auch ein Hallo an alle anderen tollen Gruppen, die den Läufern und Freunden des Disneyland Paris eine Plattform bieten. Seien es nun unsere besonderen Herzensfreunde und Partner von dein-dlrp.de, die lustigen Kollegen von Mouse Mania, Wackelschwanz Ridgley (der hiermit doppelt Erwähnung findet und sich auch noch auf unsere PhotoPass-Bilder gemogelt hat ^^) oder die DLP-Fans  Disney- und Disneyland Paris Fans. Wer primär schauen mag, der ist übrigens mit Disneyland 360° gut beraten. Und wir sind für Euch wie gehabt im Forum zu erreichen 😉

 

Am Ziel gab es einmal mehr die obligatorischen Fotos. Getränke und Snacks wurden einverleibt und wir fuhren zurück zum Hotel (Danke Baustelle dauerte die Fahrt vom Hotel New York zum Explorer’s etwa 45 Minuten – zum Glück ist das im Januar vorbei).

Der Lauf selbst war gut organisiert – unserer Meinung nach. Aber das Thema Stops und Fotografen (ein allgemeines Thema im DLP) muss für das nächste Jahr besser werden. Das hat in Jahr 1 sehr gut funktioniert, sich aber schon in Jahr 2 verschlechtert und in 2018 seinen Tiefpunkt erreicht. Schade. Auch, wenn es immer noch knapp am Rande der Verträglichkeit war. Aber grundsätzlich ist man Disney perfekte Organisation gewohnt, und die fehlte hier leider.

 

Kids Race 1K

Nach dem Lauf ist vor dem Lauf. Um 13h stand bereits der nächste an. Dieses Mal aber nur für den Nachwuchs. 1km um den Lake Disney. Also auch hier zurück zum Hotel und die Kinder abgeholt – bevor es zum Lauf ging. Macht Sinn, den Kinderlauf mit Kind zu machen … fanden wir 😉 Nach einem Stop bei Starbucks (meinem ersten überhaupt dort im Disney Village) ging es rüber zur Expo. Dort musste man sein Kind dann abgeben – zum Glück ging es allen Kindern gleich und Lillian fühlte sich auch nicht unwohl, aber wir fanden es schon merkwürdig. Allein der sprachlichen Barriere wegen. Aber das Problem war keines und die Kindern wurden direkt zum Start am See geführt. Hier war alles selbsterklärend. Leider gab es viel zu wenig Platz für die Eltern, um dem Kind beim Lauf zuzujubeln, so dass man teilweise nur auf dem Grashügel weit weg oder in dritter Reihe am Zaun stehen konnte. Das war organisatorisch wieder … schwach. Letztes Jahr war es schon sehr chaotisch bei den Kinderrennen, was durch Verlagerung von Start und Ziel offenbar gebessert werden sollte, aber wirklich besser war es nicht. Am Ende durfte man dann sein Kind in einem Gatter in Empfang nehmen. Aber auch das stellte sich als sehr chaotisch dar. Wie auch immer, es hat irgendwie funktioniert und Lilly ist den Kilometer voll durchgelaufen. Super Leistung! Im Zieleinlauf warteten dann Stitch, Jumba und Agent Pleakly. Aber die hatten nur wenige Augen (*hahahaha*) für die Kinder. Die schienen dort eher für Werbezwecke platziert zu sein, aber nicht um die Kinder in Empfang zu nehmen 

 

Den Rest des Tages verbrachten wir in den Parks, im Hotelpool und irgendwo draußen. Keine weiteren Details … aber eine Menge Fotos für Euch 

 

Am Ende des Tages stand noch Illuminations auf dem Plan – aufgrund des Wetters wurden leichte Veränderungen angesagt. Diese sahen so aus, dass sämtliche Feuer- und Sprüheffekte wegfielen. Illuminations ist ja so schon nicht die beste aller DisneyShows … aber ohne Feuerwerk ein echt trauriges Erlebnis. Es wird dringend Zeit, das hier nachgebessert wird. Einmal mehr verschenkt das DLP hier Unmengen an Potential. Das war eindeutig das Negativerlebnis des Wochenendes.

Gegen 23.00 h war der Tag dann vorbei und der Wecker wurde für den nächsten Tag auf irgendwann in aller Frühe gestellt. Und damit begannen die Träume …

 

Halbmarathon

Sonntag, 23. September 2018, 4.18h. Halbmarathontag. Der Wecker war so früh gar nicht gestellt, aber irgendein Alptraum riss mich aus dem Schlaf. Noch ein paar Mal gewälzt, und dann ging nichts mehr. Also raus … ein paar Kohlenhydrate verdrückt und angezogen. Zum Auto … und auf zur Sequioa Lodge, wo mit Shareholder Karte wieder kostenlos geparkt wurde. Ein paar Minuten später stand ich schon am Start – wie immer neben der Expo. Ich ordnete mich in Block A ein, traf hier und da ein paar Freunde und Bekannte und konnte die Wartezeit mit Tobi quatschend bis zum Start verbringen. Ein etwas laues Aufwärmprogramm begann um knapp 7.00 h. Warum erst jetzt? Das Rennen sollte doch jetzt schon starten … tat es aber nicht. Es dauerte noch bis 7.10h, bis die Läufer starten konnten. Da kommt Freude auf … im Geiste schon längst auf der Strecke steht man und wartet. Puh. Aber dann fiel der Startschuss und es ging los. 21,0975km quer durchs Resort. Heute stand nur Laufen auf dem Programm. Und so sollte es dann auch sein. Laufen, Laufen, Laufen. Das sah dann so aus … von Start bis Ziel:

Unterwegs gab es diverse Fotostops, aber keiner konnte mich überzeugen. Für Hades am Ende stand ich dummerweise auf der falschen Seite des Zaunes, sonst wäre ich noch schnell angehalten. Startet man vorne, steht nämlich in der Regel niemand bei den Figuren … die Läufer sind entweder so schnell wieder weg, dass es kaum auffällt … oder wollen einfach nur Laufen. So wie ich  Laufen ist einfach toll. Disney aber natürlich auch. Und bei Disney zu Laufen einfach das Nonplusultra für mich. So war jeder (wenn auch am Ende gequälte) Meter ein Meter voller Glück 

In der Expo-Halle durften wir noch die Challenge-Medaillen in Empfang nehmen und man konnte sich massieren lassen. Da wir aber um 11.00h ausgecheckt sein mussten, blieb nicht mehr viel Zeit.

 

Also zurück zum Hotel und umgezogen, noch schnell gefrühstückt, Sachen gepackt und ab ins Auto – und zu den Parks. Der Rest des Tages wollte noch genossen werden. Fotos? Ja, haben wir natürlich auch noch gemacht 😉

Aufgrund des schlechten Wetters machten wir uns um 15.30 h etwa auf den Wegs aus dem Disneyland Park und durchstöberten noch die Geschäfte. Gegen 17.00 h erreichten wir dann das Auto und sagten bis zum 22. Dezember erst einmal „Auf Wiedersehen!“.

 

Fazit:
Das 3. Lauf-Event (oder ist es mehr eine Präsentationsveranstaltung für Läufer?) ist vorbei. Einige Dinge können sehr positiv beurteilt werden, was ich hier einmal machen möchte. Ebenso möchte ich in bekannter Weise die negativen Dinge erwähnen. Bitte sehr 

·         Pros:
T-Shirts und deren Bedruckung
Streckenführungen
CMs an der Strecke
Atmosphäre beim 5K (Abendlauf)

·         Contras:
Zu lange Wartezeiten bei den anzahlmäßig zu geringen Stops (5K & 10K)
Organisation Kinderläufe
Einteilung der Läufer in die Corrals
PhotoPass+ Ergebnisse nur bedingt zufriedenstellend, teilweise nur 1 Foto pro Bib

 

Wer sich mit dem Gedanken beschäftigt einmal bei dem Wochenende an einem der Läufe mitzumachen, dem möchte ich noch folgendes mit auf den Weg geben:

5K
Ein Lauf für wirklich jeden. Unsere Tochter (heute 8) hat ihn bereits 3mal absolviert und war damit beim ersten Lauf 6 Jahre jung. Niemand stört sich daran, wenn die Strecke nicht gerannt wird. Der Weg ist das Ziel. Auch ohne großes Training eine tolle Sache.

Am Ende winkt eine Medaille, das T-Shirt gibt es bereits bei Abholung der Startnummer. Verpflegung und Getränke inklusive.

 

10K
Das Mindestalter liegt bei 14. Damit schließt man schon eine ganze Menge an Teilnehmern aus, die am Abend vorher noch dabei waren. Es ist sicherlich von Vorteil, wenn man die 10 Kilometer im Training nicht ganz gehend zurückgelegt hat. Ansonsten wird die Strecke doch recht lang. Die Stops zwischendurch sind aber ausreichend (auch neben den Charakter-Stops, über die man streiten kann, gibt es noch unzählige Fotomöglichkeiten – besonders Backstage), um zwischendurch Luft zu schnappen. Kein Lauf, vor dem man Angst haben muss. Mit kaputten Knien, Bandscheiben oder ähnlichem sollte man allerdings davon Abstand nehmen.

Am Ende winkt eine Medaille, das T-Shirt gibt es bereits bei Abholung der Startnummer. Verpflegung und Getränke inklusive.

 

Halbmarathon
Fraglos ein toller Lauf. 18 Jahre muss man alt sein. Der langsamste Läufer kam dieses Jahr nach 4 h 36 Minuten ins Ziel, der schnellste Läufe brauchte gerade mal 1 h 11 Minuten (ich für meinen Teil lag mit 1 h 38 Minuten und ein paar Sekunden übrigens auch gar nicht so schlecht – um das einfach mal in den Bericht einzubringen *g*). Man könnte somit die gesamte Strecke locker gehen. Aber ist das der Sinn eines Halbmarathons? Sicherlich weniger … aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Wichtig ist, dass für diesen Lauf ein Medizinisches Zertifikat erforderlich ist, dass man sich in einem Zustand befindet, der das Rennen aus gesundheitlicher Sicht bedenkenlos macht. Dieses Zertifikat ist in Frankreich für jeden Lauf erforderlich, bei dem eine Zeit genommen wird. Daher ist der Halbmarathon auch der einzige Lauf, bei dem diese gemessen wird.

Am Ende winkt eine Medaille, das T-Shirt gibt es bereits bei Abholung der Startnummer. Verpflegung und Getränke inklusive.

 

Challenges
31K und 36K hieß es in diesem Jahr. Man läuft entweder 10K und HM oder 5K, 10K und HM … beim 36K ist die Teilnahme am 31K automatisch inkludiert. Es gibt jeweils eine besondere Medaille und ein besonderes T-Shirt. Empfohlen für jeden, der sich auch den Halbmarathon zutraut. Laufspaß mal 2 oder 3. Der Preisleistungsverhältnis ist besonders bei der 36K Challenge unglaublich gut. In diesem Jahr waren es zum Beispiel €177 für 5 wirklich gute Sport-Shirts und 5 klasse Medaillen. Das sind pro Teil gerade einmal €17,70 … inklusive der Läufe, Verpflegung und nicht bezahlbarem Spaß.

 

Kids Races
3 Rennen – 100m, 200m und 1km.

100m
Dieses Rennen ist  für die ganz jungen Läufer/innen (1 bis 3 Jahre)

200m
Dieser Lauf ist für Läufer/innen von 4 bis 7 Jahre

1km
8 bis 12jährige dürfen hieran teilnehmen

An den ersten beiden Rennen dürfen auch die Eltern begleitend teilnehmen. Als Belohnung winkt am Ende eine Medaille, ein Lauf-T-Shirt gibt es bereits bei Abholung der Startnummer. Ein kleines Verpflegungspaket winkt ebenfalls am Ende des Rennens. Die Läufe sind für jeden geeignet, der sich durch sein Alter qualifiziert – am besten können und sollten das am Ende natürlich die Eltern bewerten.

Und zum Schluss natürlich noch der offizielle Link zum Event 2019. Vom 19. bis 22. September 2019 darf wieder in Paris gelaufen werden. Unser Hotel ist schon reserviert. Und was ist mit Euch?

http://run.disneylandparis.com/

Wir sehen uns im kommenden Jahr!

Cheers,
Familie Vogel-Fisch
Marcel, Andrea & Lillian Marie

 

Die Psychologie des Forums

Ja, da wurde doch tatsächlich eine psychologische Abhandlung über die Charaktere aus dem König der Löwen und ihre Störungen erstellt. Das brachte mich dazu, mich mit dem Thema etwas tiefer auseinanderzusetzen…

Auch in unserem Forum, als natürlich absolut repräsentativem Querschnitt der deutschen Bevölkerung, finden sich verschiedene Typen. Ich habe mich hier mal einer wissenschaftlich fundierten und äußerst anerkannten Quelle folgend (Wikipedia) an eine Übertragung der verschiedenen Charaktertypen in unseren Forumsalltag gemacht:

  • Der Narzisst: Ihn erkennt man daran, dass er gerne Bilder von sich selbst veröffentlicht. So jetzt durchsucht mal eure geposteten Fotos. Wer hat den überwiegenden Teil davon mit sich selbst darauf?

Ich poste ja persönlich recht wenige Bilder aus dem Urlaub…

  • Schizoider Charakter: Ihn zeichnet ein Distanzbedürfnis und Angst vor Nähe aus. Schaut euch doch mal all die Gören an, die nicht zu den Charactern gehen und schreiend von Mama und Papa dazu gezwungen werden müssen. Na, kommt euch bekannt vor?

Mein Distanzbedürfnis ist in WDW immer recht stark ausgeprägt. Wenn ich die Massen in der Mainstreet sehe, würde ich gerne „Feuer“ rufen und wenn ich den portugiesischen Horden begegne, wäre ich gerne ganz weit weg. Einzig der Gedanke an ein 7:1 hält mich dann an Ort und Stelle und ich laufe mit stolz geschwellter Brust mitten durch.

  • Depressiver Charakter: Dazu möchte ich nicht all zu viel sagen, da es sonst beleidigend für einige im Forum rüber kommen könnte, die tatsächlich an dieser Krankheit leiden.

Ich erlebe diesen depressiven Charakter immer dann, wenn Abflugtag in WDW ist und meine beiden Liebsten Rotz und Wasser heulen. Dieser Blues hält dann meist so lange an, bis die Bestätigung für das neue Jahr kommt.

Bei mir selbst erkenne ich diese depressiven Charakterzüge meist beim Essen, wenn ich traurig Messer und Gabel ablege, weil das Steak verputzt ist.

  • Zwanghafter Charakter: Warum das einer „analen Phase“ zugeordnet wird, kann ich nicht sagen… besser, möchte ich nicht sagen, da hier auch Kinder mitlesen. Sie zeichnet sich durch „Kontrollbedürfnis, Sparsamkeit, Eigensinn und Genauigkeit“ aus. Ich kenne mindestens einen Waschbären aus dem Forum, den ich hier eingruppieren würde…

Allerdings finde ich mich hier auch wieder. Geiz ist mein zweiter Vorname und Kontrolle ist wichtig. Flugangst habe ich zum Glück keine – solange der Pilot eine tiefe Stimme hat -, aber ich lasse mir zum Beispiel ungern von meiner weiblichen Navistimme den Weg erklären…natürlich steckt da auch etwas Lebenserfahrung dahinter…

  • Hysterischer Charakter: Ich dachte, ich weiß, was das ist und gleich gehen bei mir so gewisse panische Berichte und Vorberichte aus den Forum vor meinem geistigen Auge auf: „Hilfe Baustelle im Hotel; Slip in der Hochzeitssuite; Merchandise ausverkauft, wo bekomme ich es her; Bubble droht zu platzen, weil…“

Tatsächlich jedoch zeichnet diesen Charakter Verdrängung, Verleugnung, Geltungsbedürfnis und sexualisierters Verhalten bzw. Angst davor aus.

So ein Mist aber auch. Ich bin auch noch hysterisch. Mein Gewichtsproblem verdränge ich gekonnt und wer sagt, er schreibt einen Block und hat kein Geltungsbedürfnis, der ist schon wieder bei der Verdrängung.

Fazit: Auch ohne zu schauen, welche Persönlichkeitsstörung ich habe, reicht mir die Selbstanalyse meiner Grundcharakterzüge schon aus. Ich bin wohl ein schizoid, depressiver, hysterischer Zwangi. Kurz, für manche bin ich der größte Arsch der Welt. Wie gut, dass ich auch ein Narzisst bin und mir diese ganze Psychoscheiße am Allerwertesten vorbeigeht.

So sieht Grumpy die Welt.

Der Feind in meinem Bad

Weihnachten, die Zeit der Liebe und der Hiebe (wann gibt es mehr Familienstreitigkeiten als zu dieser Zeit) ist mal wieder vorbei.

Vorbei sind die Genußorgien mit Braten, Kuchen und jeder Menge Naschereien. Jetzt kommt die Zeit der Buße. Man büßt nämlich, dass man Oma nicht widerstanden hat, als sie das dritte Stück Kuchen auf den Teller geschaufelt hat. Man büßt, dass man das Sportprogramm aus Zeitmangel ausgelassen hat. Man büßt die Abende vor dem Fernseher mit all den TV-Weihnachtstraditionen (vom frechen Michel über den wohlerzogenen Lord über die schrullige Miss Marple bis hin zur hyperaktiven Kiddo aus Kill Bill) und man büßt die Plätzchen und Knabbereien zum Film.

Dann kommt nach den Feiertagen der eine, nicht zu vermeidende Moment: Weighing Day. Da steht es, das flache Monster und wartet auf einen. Nein, nicht meine Frau, meine Waage.

Man bringt es hinter sich und steigt auf das Monster (immernoch ist die Waage gemeint) und alle Jahre wieder trifft einen der Blitz. Diese Zahl da unten kann doch gar nicht sein. Dazu hätte ich die letzte Woche ja 25.000 Kalorien zu mir nehmen müssen. Lass mich mal rechnen…und spätestens nach zwei berechneten Tagen stellt man überschlägig fest, dass man diese 25.000 Kalorien auch zu sich genommen hat.

Es bleiben also nur drei Alternativen:

  1. So tun, als sei alles in Ordnung – Verdrängung sagt der Psychologe. Allerdings sagen einem die Klamotten und das laute Schnaufen, wenn man Treppen steigt, das dem nicht so ist. Spätestens, wenn schwangere Frauen im Bus für einen Aufstehen, weil sie „wissen, wie man sich so fühlt“ sollte einem klar werden, dass das eine schlechte Strategie ist.
  2. Dazu stehen und sich mit der Kohle der Weihnachtsgeschenke der Verwandschaft erst einmal neue, passende Klamotten kaufen (Man, beneide ich die Scheichs mit ihren weiten Gewändern. Die passen immer.). Das ist aber auch keine Dauerlösung, weil nach Weihnachten ist vor Weihnachten und dann wird das Ganze irgendwann exponentiell.
  3. DIÄT. Kein Wort tut so weh wie dieses. Es rangiert in meiner persönlichen Schmerzensliste noch vor Zahnarztbesuch.

Ich habe mich dennoch für Tor drei und damit für den Zonk entschieden. „Mach mal halblang“ wird wieder zum Lebensmotto. 25.000 Kalorien einzusparen dauert unendlich lange und dabei liegen da noch die ganzen Süßigkeiten von Weihnachten, die nach mir rufen: „Mein Schatz…“.

Die werden ja nicht besser, haben viel Geld gekostet, wurden mit Liebe geschenkt und nach der Diät will man ja nicht gleich wieder zunehmen, also müssen die dringend noch vorher weg. Außerdem, wenn ich die nicht esse, muss es jemand anderes tun und der hat dann die gleichen Problem wie ich. Also opfere ich mich noch ein letztes Mal für ein paar Tage, auch wenn ich weiß, dass mir das nicht gedankt werden wird. Fangen wir halt etwas später an, so nach dem Neujahr. Schließlich will man da ja noch etwas feiern… und trinken… und essen…

So sieht Grumpy (der mit den zu kurzen Beinen für sein Gewicht) die Welt.

Ein Ring Sie zu knechten

Ein noch heute gebräuchliches Unterdrückerwerkzeug ist an vielen männlichen Händen zu erkennen: Der Ehering.

Klein und unscheinbar symbolisiert er doch die Besitz- und Herrschaftsansprüche der Frau über den Mann. Viele Männer tragen Inschriften mit den Namen der Frau – eine Art Besitzausweis gegenüber anderen Frauen, da das früher weit verbreitete Branding heute verboten ist. Außerdem findet man im Ring meist das Hochzeitsdatum. Letzteres wird gerne eingraviert, damit der Kerl auch keine Chance mit der Ausrede hat, er hätte das genaue Datum nicht mehr gewusst, wenn er wieder einmal den Hochzeitstag vergessen hat. Ich glaube diese Tipps werden in geheimen Sitzungen von der Mutter auf die Tochter weitergegeben.

Ich glaube auch, dass man noch eine weitere berühmte Zeile eingraviert finden würde, wenn man den Ring in glühende Lava legen würde. Dann käme Folgendes zum Vorschein: „Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden!“

Ich bin mir ganz sicher, dass die Zunft der Juweliere einen Teil der Seele Saurons gefangen und versklavt hält, der irgendwo am Ätna oder einem anderen Vulkan dazu gezwungen wird, in Massenproduktion diese Eheringe herzustellen.

Gejagt, bedroht und bekämpft wurde der Ringträger von den Ringgeistern, den Nazgul, dunklen Gestalten mit dunklen Fähigkeiten. Diese wurden bekanntlich vernichtet. An Ihre Stelle sind nun andere dunkle Gestalten gerückt: Schwiegermütter. Fragt sich, was schlimmer ist…

Der echte Ring hatte besondere Fähigkeiten. So konnte er unsichtbar machen. Bruchstücke dieser Macht sind noch vorhanden. So versuchen Männer sich, wo es geht, vor Ihren Gebieterinnen unsichtbar zu machen, vor allem bei der Hausarbeit…

Außerdem haben neue Ringe auch von Frauen unerwünschte Nebenwirkungen.Sie führen zu einer besonderen Form des selektiven Hörverlust. Männer können bestimmte Frequenzen, die meist der Stimme ihrer Gebieterin entspricht, nicht mehr so gut hören. Außerdem haben neuere Untersuchungen bewiesen, dass Ringträger zu mit den Jahren steigendem Bauchansatz neigen.

Das Original der Ringe konnte sich dem Finger des Trägers anpassen. Leider können das moderne Eheringe nicht. Im Gegenteil, im Laufe der Jahre werden sie meist enger und schnüren den Finger ab, damit man ihn auch niemals mehr runter bekommt.

Männer seid gewarnt! Aus eurem Schatz wird eine Last, die ihr nur unter schwersten Entbehrungen am Schicksalsberg (neudeutsch: Scheidungsgericht) wieder los werdet. Auf dem Weg dahin werdet ihr viel Leid erfahren…

So sieht Grumpy die Welt